Bei den so genannten Würgespielen (engl. "Choking Games") strangulieren sich die Betroffenen selbst oder gegenseitig bis zur Bewusstlosigkeit. Diesen Zustand erreichen die Kinder und Jugendlichen entweder mit Hyperventilieren und starkem Druck auf das Brustbein oder sie drücken sich selber oder gegenseitig mit bloßen Händen, Gürteln, Schals o.ä. den Hals zu, bis sie bewusstlos werden. Mitunter gehen der Strangulation starke körperliche Belastungen, wie schnelle Kniebeugen verbunden mit einem langen Ein- und Ausatmen voraus (Hyperventilation).
"Würgespiele" gibt es schon seit längerer Zeit. Aktuell ist dieser Trend insbesondere unter Jugendlichen und Kindern zu beobachten. So starben in den USA nach offiziellen Angaben der US-Gesundheitsbehörde in den Jahren 1995 bis 2007 insgesamt 82 Jugendliche zwischen 6 und 19 Jahren bei so genannten Choking Games.
In Frankreich gibt es bereits seit knapp zehn Jahren eine Vereinigung von Eltern (APEAS), deren Kinder beim "Jeu du foulard" ("Schal-Spiel") den Tod fanden. Alleine in diesem Jahr kamen in Frankreich 13 Jugendliche ums Leben. Das französische Gesundheitsministerium schätzt, dass jeden Monat mindestens ein Schüler an den Folgen des gefährlichen Spiels stirbt.
In Deutschland sind "Würgespiele" noch ein relativ neues Phänomen. In Brandenburg kam ein 14-Jähriger im Dezember 2009 durch Selbststrangulation ums Leben.
Nach Auskunft von Medizinern und Experten wird beim "Würgespiel" durch das Würgen oder Zusammendrücken des Brustkastens die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen. Das führt zu einer Art Rauschzustand und zur Ohnmacht. Vor der Bewusstlosigkeit können Wahrnehmungen wie Schwindel, Halluzinationen, Lichtpunkte vor den Augen oder auch Ohrensausen auftreten.
"Würgespiele" haben in erster Linie mit körperlichen Grenzerfahrungen zu tun. Dabei geht es nach Auskunft von Experten um das Erleben besonderer Erfahrungen, um einen "Rausch ohne Drogen". Kinder und Jugendliche, die Derartiges praktizieren wollen wissen, wie es sich anfühlt, wenn der Körper aufgrund von Sauerstoffmangel bewusstlos wird und wie es ist, danach wieder aufzuwachen.
Unter Jugendlichen ist diese Art der Strangulation oder Selbststrangulation u.a. unter den Begriffen "Tomate", "Frosch", "Lungenspiel", "Koma", "Kosmos", "indischer Traum", "blauer Traum", "Bio-Kiffen" oder "Piloten-Test" bekannt. "Würgespiele" gelten als Mutprobe und finden häufig in kleinen Gruppen oder im persönlichen Bereich zu Hause statt.